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Parallels Desktop Power-User-Guide: So holen Sie mehr aus Ihrer Windows-VM heraus

29. September 2026

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Wenn Sie Parallels Desktop regelmäßig nutzen, haben Sie wahrscheinlich längst eine feste Routine: Windows starten, die benötigten Programme öffnen, die Arbeit erledigen und weitermachen. Sobald dieser Ablauf selbstverständlich geworden ist, bleiben andere VM-Einstellungen schnell unangetastet.

Einige Einstellungen lohnt es sich jedoch erneut anzusehen. Manche werden relevant, wenn Windows anspruchsvollere Arbeitslasten bewältigen muss. Andere beeinflussen, wie oft Sie zwischen macOS und Windows wechseln müssen. Auch Funktionen wie Snapshots entfalten ihren Nutzen vor allem dann, wenn sie Teil des normalen Workflows werden und nicht erst nach einem Problem in Erinnerung kommen.

Dieser Guide behandelt genau diese weiterführenden Funktionen und Einstellungen: Dinge, die Sie bei der Einrichtung möglicherweise übersprungen haben, die aber wichtig werden können, sobald Parallels Desktop zum Arbeitsalltag gehört.

Parallels Desktop für Power User: die wichtigsten Punkte im Überblick

Sie kennen Ihre VM bereits gut? Dann starten Sie hier.

  • Die Leistung wirkt langsam: Prüfen Sie die CPU- und Arbeitsspeicherzuweisung. Mehr Ressourcen für Windows bedeuten jedoch nicht automatisch mehr Leistung.
  • Sie wechseln ständig zwischen dem Windows-Desktop und Mac-Apps: Probieren Sie den Coherence-Modus erneut aus.
  • Sie installieren regelmäßig Software, Treiber oder Test-Builds: Erstellen Sie vor Änderungen einen Snapshot.
  • Andere Geräte müssen direkt auf einen Dienst in Ihrer VM zugreifen: Prüfen Sie den überbrückten Netzwerkmodus.
  • Sie verwenden die VM hauptsächlich für Spiele: Testen Sie das Profil „Nur Spiele“.
  • Sie arbeiten mit mehreren Entwicklungsumgebungen: Verknüpfte Klone der Pro Edition können den Speicherbedarf separater Test-VMs reduzieren.
  • Sie nutzen CAD, GIS oder andere OpenGL-intensive Windows-Software: Halten Sie Parallels Desktop und Parallels Tools aktuell, damit Sie die Grafikverbesserungen in Parallels Desktop 27 nutzen können.

Nicht jede VM benötigt jede Optimierung. Konzentrieren Sie sich auf die Einstellungen, die zu den tatsächlichen Windows-Arbeitslasten auf Ihrem Mac passen.

CPU und Arbeitsspeicher in Parallels Desktop richtig einstellen

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Die standardmäßigen Ressourceneinstellungen von Parallels Desktop sind für typische Windows-Nutzung ausgelegt. Wenn Ihre Arbeitslast darüber hinausgeht, sind CPU und Arbeitsspeicher sinnvolle Ansatzpunkte für die Fehlersuche.

Fahren Sie die VM herunter, öffnen Sie anschließend die Konfiguration und wechseln Sie zu Hardware > CPU & Arbeitsspeicher.

Bevor Sie die Regler verändern, sollten Sie feststellen, was die Arbeitslast tatsächlich bremst. Ein umfangreicher Visual-Studio-Build, ein komplexes CAD-Modell und eine Excel-Arbeitsmappe mit großen Datenmengen belasten eine VM auf unterschiedliche Weise. Mehr virtuelle CPUs helfen beispielsweise nicht, wenn die Arbeitslast auf den Massenspeicher wartet. Gleichzeitig benötigt auch Ihr Mac genügend Ressourcen: Windows kann von mehr Arbeitsspeicher profitieren, macOS braucht aber weiterhin ausreichend RAM für parallel ausgeführte Anwendungen. Behandeln Sie die manuelle Ressourcenzuweisung daher als Test und nicht als einmalige Standardlösung. Ändern Sie eine Einstellung, wiederholen Sie die zuvor langsame Aufgabe und beobachten Sie die Auswirkungen auf Windows und macOS.

Auch die Edition spielt eine Rolle. Parallels Desktop Standard Edition unterstützt bis zu 4 virtuelle CPUs und 8 GB virtuellen RAM pro VM. Die Pro Edition bietet deutlich höhere Grenzwerte für anspruchsvollere Arbeitslasten.

Den Speicher nicht vergessen

Wenn eine VM bei Builds, Datenbankarbeiten, großen Dateioperationen oder anderen speicherintensiven Aufgaben langsam wirkt, liegen CPU und RAM möglicherweise nicht an der Ursache.

Prüfen Sie, wo die VM gespeichert ist

Externer Speicher kann gut funktionieren, insbesondere mit einer schnellen SSD und einer leistungsfähigen Verbindung. Die Leistung hängt jedoch von Laufwerk, Gehäuse, Schnittstelle und Arbeitslast ab. Ein externes Laufwerk sollte daher nicht automatisch als Ursache gelten. Für die Fehlersuche gibt es einen einfachen Test: Verschieben Sie die VM auf die interne SSD Ihres Macs und wiederholen Sie die langsame Aufgabe. Ist der Unterschied deutlich, haben Sie einen Speicherengpass gefunden, statt weiter an den CPU-Einstellungen zu arbeiten.

Coherence-Modus verwenden, wenn Sie den Windows-Desktop nicht benötigen

Den Coherence-Modus gibt es schon lange, sodass viele erfahrene Parallels Desktop Nutzer ihn bereits ausprobiert haben. Ein kurzer Test ist jedoch nicht dasselbe wie der passende Einsatz im Arbeitsalltag.

Coherence blendet den Windows-Desktop aus und lässt Windows-Programme neben Mac-Anwendungen erscheinen. Eine Windows-App kann im Dock angezeigt werden und denselben Bildschirm wie Ihre Mac-Software nutzen. Sie müssen nicht ständig zu einem separaten Windows-Desktop zurückkehren.

Das ist besonders praktisch, wenn Sie Windows nur für ein oder zwei Programme benötigen und nicht als primäre Arbeitsumgebung. Beispielsweise können Sie ein Modell in einer Windows-Anwendung für Konstruktion prüfen, während Mail, Safari, Teams oder andere Mac-Programme geöffnet bleiben. In einem normalen VM-Fenster wechseln Sie dabei ständig zwischen zwei Desktops. Im Coherence-Modus entfällt dieser Wechsel.

Starten Sie Windows und wählen Sie Darstellung > Coherence aktivieren, um den Modus auszuprobieren.

Nutzen Sie Coherence am besten über eine vollständige Arbeitssitzung statt nur für wenige Minuten. Der Vorteil wird deutlicher, wenn Sie im Laufe des Tages regelmäßig zwischen Mac- und Windows-Anwendungen wechseln. Manche Windows-Software, insbesondere Anwendungen mit ungewöhnlichen Oberflächenelementen, funktioniert in einem normalen VM-Fenster angenehmer. In diesem Fall wechseln Sie einfach zurück. Coherence muss nicht zum Standardmodus werden, um nützlich zu sein.

Vor Änderungen an Windows Snapshots erstellen

Snapshots werden häufig wie eine Notfallfunktion behandelt. Nützlicher sind sie, wenn Sie einen Snapshot erstellen, bevor Sie ihn benötigen könnten. Installieren Sie eine unbekannte Anwendung? Erstellen Sie vorher einen Snapshot. Testen Sie eine Konfigurationsänderung? Auch dann ist ein Snapshot sinnvoll. Dasselbe gilt vor Windows-Änderungen, die eine Arbeitsumgebung beeinträchtigen könnten, auf die Sie angewiesen sind.

Ein Snapshot speichert den Zustand der VM zu diesem Zeitpunkt und gibt Ihnen einen Wiederherstellungspunkt, falls ein Test nicht wie erwartet funktioniert. Das kann schneller sein, als eine beschädigte Testumgebung zu reparieren oder nachzuvollziehen, welche Einstellungen geändert wurden. Entwickler können dieses Prinzip weiter ausbauen: einen bekannten funktionierenden Zustand sichern, die für einen Test erforderlichen Änderungen durchführen und anschließend zu diesem Zustand zurückkehren.

Verknüpfte Klone für Entwicklung und Tests

Wenn Sie Parallels Desktop Pro Edition verwenden, sollten Sie verknüpfte Klone kennen.

Ein verknüpfter Klon basiert auf einer vorhandenen VM, statt eine vollständig unabhängige Kopie ihrer virtuellen Festplatte zu erstellen. Der Klon speichert nur seine Abweichungen und verweist ansonsten auf die übergeordnete VM. Das ist hilfreich, wenn Sie mehrere Varianten derselben Grundumgebung benötigen. So kann eine Windows-Installation als Ausgangspunkt dienen, während separate Umgebungen für unterschiedliche Anwendungsversionen, Testkonfigurationen oder Entwicklungszweige angelegt werden.

Es gibt dabei einen Nachteil: Da ein verknüpfter Klon von seiner übergeordneten VM abhängt, ist er weniger eigenständig als ein vollständiger Klon. Für temporäre oder wiederholbare Testumgebungen ist genau das häufig erwünscht.

Gemeinsames, überbrücktes und Host-only-Netzwerk im Vergleich

Die meisten Parallels Desktop Nutzer können das Netzwerk auf Gemeinsames Netzwerk eingestellt lassen. Für Entwickler und Nutzer vernetzter Windows-Software gibt es jedoch Situationen, in denen die Unterschiede wichtig werden.

Gemeinsames Netzwerk

Das gemeinsame Netzwerk ist die Standardeinstellung. Parallels Desktop erstellt für die VM ein separates virtuelles Subnetz, wobei der Mac als Router zum externen Netzwerk fungiert. Windows erhält Netzwerk- und Internetzugriff, erscheint aber nicht als eigener Computer im physischen Netzwerk, mit dem der Mac verbunden ist. Für die alltägliche Windows-Nutzung ist das meist die passende Einstellung. Sie ist auch hilfreich, wenn der Mac mit einem VPN verbunden ist, da die VM diese Verbindung nutzen kann, ohne separat im lokalen Netzwerk aufzutreten.

Überbrücktes Netzwerk

Im überbrückten Modus befindet sich die VM als eigener Computer im selben Netzwerk wie der Mac. Windows erhält eine eigene Adresse in diesem Netzwerk und kann – abhängig von den üblichen Netzwerk- und Firewallregeln – von anderen Geräten erreicht werden. Das ist beispielsweise sinnvoll, wenn Sie einen Windows-Server von einem anderen Computer aus testen, Software verwenden, die die VM als separates Netzwerkgerät erwartet, oder einen Dienst bereitstellen, auf den ein anderes Gerät direkt zugreifen muss. Wechseln Sie nicht allein deshalb in den überbrückten Modus, weil er fortgeschrittener klingt. Das gemeinsame Netzwerk ist die einfachere Wahl, solange die VM sich nicht wie ein eigener Computer im LAN verhalten muss.

Host-only-Netzwerk

Host-only erstellt dagegen ein isoliertes virtuelles Netzwerk. Das eignet sich für Tests von Systemen, die lokal miteinander kommunizieren sollen, ohne der VM normalen Zugriff auf externe Netzwerke zu geben. Betrachten Sie Host-only als Netzwerkfunktion und nicht als vollständige Sicherheits-Sandbox. Gemeinsame Ordner, Zwischenablageintegration und andere VM-Funktionen müssen separat berücksichtigt werden, wenn Sie nicht vertrauenswürdige Software testen.

Profil „Nur Spiele“: Was sich dadurch ändert

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Wenn Gaming einer der Hauptgründe für Ihre Windows-VM ist, sollten Sie prüfen, welches VM-Profil verwendet wird.

Parallels Desktop enthält das Profil Nur Spiele. Fahren Sie Windows herunter, öffnen Sie die VM-Konfiguration, wechseln Sie zu Allgemein, wählen Sie Ändern und anschließend Nur Spiele.

Das Profil konfiguriert die VM für Gaming. Es verwendet die maximal empfohlene Arbeitsspeicherzuweisung, setzt den Videospeicher auf automatisch, passt Maus- und Tastaturverhalten an, deaktiviert mehrere Integrationsfunktionen zwischen Mac und Windows und startet die VM im Vollbildmodus. Es handelt sich um eine feste VM-Konfiguration, nicht um einen temporären Leistungsschub, der automatisch aktiviert wird, sobald Parallels Desktop ein Spiel erkennt.

Wenn Sie dieselbe Windows-VM sowohl für die Arbeit als auch für Spiele nutzen, prüfen Sie nach der Auswahl des Profils die Einstellungen für Freigaben und Anwendungsintegration. Einige dieser Funktionen werden durch die Gaming-Konfiguration deaktiviert.

Was ist mit DirectX-12-Spielen?

Auf Apple Silicon unterstützt Parallels Desktop unter Windows 11 derzeit 3D-Beschleunigung bis DirectX 11.1 sowie OpenGL 4.3.

Ein Windows-Spiel, das DirectX 12 voraussetzt, wird daher über den aktuellen virtualisierten Grafik-Stack von Parallels nicht unterstützt. Anti-Cheat-Systeme können zusätzlich zu Kompatibilitätsproblemen führen. Viele dieser Systeme sind nicht für virtuelle Umgebungen ausgelegt, und Spiele, die nicht unterstützte Virtualisierungs- oder Windows-Sicherheitsfunktionen benötigen, starten möglicherweise nicht. In diesem Bereich ist es wichtiger, das jeweilige Spiel zu prüfen, als allein auf Alter oder Systemanforderungen zu schauen.

Zu den von Parallels für Apple Silicon als funktionsfähig dokumentierten Spielen gehören beispielsweise Minecraft, GTA V, Rocket League, Hollow Knight, Age of Empires II: Definitive Edition und League of Legends. Updates an Spielen, Launchern und Anti-Cheat-Systemen können die Kompatibilität verändern. Betrachten Sie eine Spieleliste daher als Ausgangspunkt und nicht als dauerhafte Garantie.

Wenn Sie entscheiden möchten, ob ein bestimmtes Windows-Spiel besser über eine VM oder eine Kompatibilitätsschicht ausgeführt wird, zeigt unser Guide zur CrossOver-Kompatibilität, wie Sie zunächst die Kompatibilitätsdatenbank prüfen können.

Wenn eine Kompatibilitätsschicht Ihre Anforderungen nicht erfüllt oder die Anwendung eine vollständige Windows-Umgebung voraussetzt, ist eine Windows-VM der nächste sinnvolle Test.

Wann eine vollständige Windows-Umgebung wichtig ist

Einige Anwendungen sind nicht für macOS verfügbar. Andere setzen Windows-Komponenten voraus, die eine Kompatibilitätsschicht nicht nachbilden soll.

Microsoft Access ist ein einfaches Beispiel. Es gibt keine native macOS-Version. Wer Access lokal auf einem Mac verwenden möchte, muss daher Windows ausführen. Eine VM mit Parallels Desktop stellt diese Umgebung bereit und lässt die Datenbank gleichzeitig in den Mac-Workflow eingebunden.

Dasselbe gilt für komplexe Office-Workflows, die auf Windows-spezifischen Komponenten, Add-ins oder Makros basieren. Wenn das auf Ihren Anwendungsfall zutrifft, finden Sie in unserem Guide zu Microsoft Access und älteren Office-Workflows auf dem Mac weitere Informationen zur Einrichtung.

Bei Unternehmensanwendungen ist zusätzliche Vorsicht erforderlich. Eine vollständige Windows-VM kann Anforderungen erfüllen, die eine API-Kompatibilitätsschicht nicht abdeckt. Sie garantiert jedoch nicht, dass jede Sicherheits-, VPN-, DRM-, hardwareabhängige oder Compliance-Anwendung funktioniert. Die Unterstützung von Windows 11 on Arm und virtualisierten Umgebungen durch den jeweiligen Anbieter bleibt entscheidend.

Prüfen Sie diese Anforderungen, bevor die VM Teil eines geschäftskritischen Workflows wird.

CAD, GIS und grafikintensive Windows-Anwendungen

Parallels Desktop 27 ist besonders relevant, wenn Ihre Windows-VM für professionelle Grafikanwendungen eingesetzt wird.

Version 27 führt einen neuen Metal-basierten Grafiktreiber mit Unterstützung für OpenGL 4.3 in Windows 11 on Arm ein. Dadurch können Anwendungen mit OpenGL-Anforderungen, die zuvor über die beschleunigte Grafikunterstützung der VM hinausgingen, besser unterstützt werden. Parallels nennt ArcGIS Pro und ZWCAD als Beispiele für Anwendungen, die von der neueren OpenGL-Unterstützung profitieren.

Auch die Leistung wurde verbessert. In Tests von Parallels liefen OpenGL-Arbeitslasten bis zu 2,6-mal schneller als mit dem vorherigen Treiber. Ausgewählte Tests mit ArcGIS Pro zeigten Leistungssteigerungen von bis zu 35 %, während sich die gesamte Workflow-Zeit um bis zu 24 % verkürzte.

Dabei handelt es sich um Testergebnisse von Parallels und nicht um eine Zusage, dass jede Grafikanwendung dieselben Verbesserungen erreicht. Modellgröße, Anwendung, Mac-Hardware, VM-Konfiguration und die ausgeführte Aufgabe beeinflussen die Leistung.

Wenn Sie speziell wegen grafikintensiver Arbeitslasten auf Parallels Desktop 27 aktualisiert haben, stellen Sie sicher, dass auch Parallels Tools in Windows aktuell ist. Der Windows-Grafiktreiber wird über Parallels Tools bereitgestellt.

Weitere Informationen zu CAD-Arbeitslasten finden Sie in unserem Guide zur GPU-Leistung für CAD auf dem Mac.

Tipps für Entwicklungsumgebungen

Eine VM muss nicht Ihre einzige Windows-Umgebung darstellen. Sie können unterschiedliche Umgebungen für verschiedene Aufgaben vorhalten, und Parallels Desktop kann Windows- und Linux-VMs parallel zu macOS ausführen. Sobald mehrere Betriebssysteme gleichzeitig aktiv sind, wird der verfügbare Arbeitsspeicher schnell wichtig. Beobachten Sie deshalb auch die Auslastung des Host-Macs, statt Ressourcen für jede VM isoliert zuzuweisen.

Bei der Entwicklung für Windows können Snapshots und verknüpfte Klone mehr Zeit sparen als weitere CPU-Anpassungen. Erstellen Sie einen Snapshot, bevor Sie die Umgebung verändern. Verwenden Sie einen verknüpften Klon, wenn Sie eine weitere Variante einer bekannten Konfiguration benötigen. Löschen Sie temporäre Umgebungen nach Abschluss des Tests. Auch die Netzwerkmodi sollten Entwickler früh verstehen: Das gemeinsame Netzwerk deckt den normalen Internetzugriff ab. Der überbrückte Modus wird relevant, wenn ein anderes Gerät die VM direkt erreichen muss. Host-only eignet sich, wenn ein isoliertes Testnetzwerk benötigt wird.

Bei Apple Silicon gibt es außerdem eine wichtige Einschränkung: Verschachtelte Virtualisierung ist derzeit für Windows-11-VMs auf Apple Silicon nicht verfügbar. Das betrifft Hyper-V und Hyper-V-basierte Technologien innerhalb der Windows-VM. Auch WSL2 ist in dieser Konfiguration nicht verfügbar; Parallels dokumentiert WSL1 als Alternative. Wenn Ihr Workflow stark von verschachtelter Virtualisierung abhängt, sollten Sie diese Einschränkung berücksichtigen, bevor Sie die restliche Entwicklungsumgebung darauf aufbauen.

Unser Guide zu Windows-Entwicklungsumgebungen auf dem Mac behandelt die grundlegende Entscheidung zwischen VM, Windows-Entwicklungstools und cloudbasierten Umgebungen.

Nützliche Integrationsfunktionen im Alltag

Einige der praktischsten Funktionen von Parallels Desktop sind so unauffällig, dass sie leicht übersehen werden.

Eine Windows-App im Mac-Dock behalten. Wenn Sie ein oder zwei Windows-Anwendungen täglich nutzen, können Sie sie im Dock behalten. Öffnen Sie bei laufender Anwendung die Dock-Optionen und legen Sie fest, dass sie dort verbleibt. Anschließend können Sie die Windows-Anwendung direkt aus macOS starten, ohne das Starten der VM als separaten Schritt zu behandeln. Parallels Desktop übernimmt die VM im Hintergrund. Besonders im Coherence-Modus ist das praktisch. Wenn Windows hauptsächlich für eine bestimmte Business- oder Engineering-Anwendung benötigt wird, kann das Betriebssystem selbst weitgehend im Hintergrund bleiben.

Dateien zwischen macOS und Windows verschieben. Mac und Windows benötigen nicht für jede Arbeitsdatei eine separate Kopie. Wenn die entsprechenden Freigabefunktionen aktiviert sind, können Dateien per Drag-and-drop zwischen beiden Umgebungen verschoben werden. Für eine schnelle Übergabe zwischen einer Mac- und einer Windows-Anwendung ist das häufig einfacher als Cloud-Speicher oder das Versenden von Dateien an sich selbst.

Die gemeinsame Zwischenablage verwenden. Die Zwischenablagefreigabe vereinfacht eine der häufigsten plattformübergreifenden Aufgaben: Text oder andere unterstützte Inhalte in einem Betriebssystem kopieren und im anderen einfügen. Das wirkt nebensächlich, bis die Funktion nicht mehr verfügbar ist. Wenn Integrationsfunktionen nach einem Betriebssystem- oder Parallels-Desktop-Update nicht mehr wie gewohnt funktionieren, prüfen Sie zunächst, ob Parallels Tools installiert und aktuell ist, bevor Sie einzelne Windows- oder macOS-Einstellungen untersuchen.

Was Parallels Desktop 27 für bestehende Nutzer ändert

Parallels Desktop 27 wurde im August 2026 veröffentlicht. Die Neuerungen lassen sich am besten nach Arbeitslast betrachten statt als reine Feature-Liste.

Wenn Sie grafikintensive Windows-Anwendungen verwenden: Der neue Metal-basierte OpenGL-4.3-Treiber ist die wichtigste Neuerung, die Sie prüfen sollten.

Wenn Sie mit Linux-KI- oder Machine-Learning-Arbeitslasten arbeiten: Parallels Desktop 27 beschleunigt KI-/ML-Operationen in Linux-VMs auf Macs mit M4-Chips oder neuer. Tests von Parallels auf einem M4-Pro-Mac mit Ubuntu ergaben bei einigen Matrixberechnungen bis zu siebenmal höhere Geschwindigkeit und bei der Inferenz neuronaler Netze bis zu 1,75-mal höhere Geschwindigkeit. Die Ergebnisse hängen von Arbeitslast und Hardware ab.

Wenn Ihr Mac von einer Organisation verwaltet wird: Version 27 enthält Verbesserungen für Enterprise-SSO.

Wenn Sie auf macOS 27 Golden Gate wechseln: Parallels Desktop 27 ist die Version für die neue macOS-Generation.

Vor dem Update eines älteren Macs ist außerdem eine weitere Änderung wichtig: Parallels Desktop 27 setzt Apple Silicon voraus. Nutzer von Intel-Macs können Parallels Desktop 26 weiterhin verwenden. Laut Parallels erhält Version 26 weiterhin Sicherheits- und Wartungsupdates. Eine vollständige Übersicht finden Sie in unserem Beitrag zu Parallels Desktop 27.

Welche Einstellung sollten Sie zuerst ändern?

Gehen Sie diesen Guide nicht wie eine Liste von Einstellungen durch, die alle aktiviert werden müssen. Konzentrieren Sie sich auf den Teil Ihrer VM, der Ihren Workflow tatsächlich beeinträchtigt.

Bei Leistungsproblemen sollten Sie zuerst den Engpass identifizieren, bevor Sie die Ressourcenzuweisung ändern. Wenn Sie ständig zwischen Windows und macOS wechseln, arbeiten Sie einen Tag im Coherence-Modus. Entwickler, die häufig Testumgebungen neu aufbauen, sollten mit Snapshots oder verknüpften Klonen beginnen. Wenn ein anderes Gerät einen Dienst in Windows nicht erreichen kann, ist die Netzwerkkonfiguration der richtige Ausgangspunkt.

Eine gut konfigurierte VM ist nicht zwangsläufig die VM mit den meisten zugewiesenen Ressourcen. Im besten Fall müssen Sie im Arbeitsalltag kaum über ihre Konfiguration nachdenken.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel RAM und CPU sollte ich einer Parallels Desktop VM zuweisen?

Beginnen Sie mit den von Parallels Desktop empfohlenen CPU- und Arbeitsspeichereinstellungen und erhöhen Sie die Ressourcen nur, wenn eine bestimmte Arbeitslast mehr benötigt. Lassen Sie genügend Kapazität für macOS und die Mac-Anwendungen, die parallel zur VM ausgeführt werden. Parallels Desktop Standard Edition unterstützt bis zu 4 virtuelle CPUs und 8 GB virtuellen RAM pro VM, während die Pro Edition höhere Zuweisungen unterstützt.

Was ist der Unterschied zwischen gemeinsamem, überbrücktem und Host-only-Netzwerk?

Das gemeinsame Netzwerk eignet sich für die meisten Nutzer. Der überbrückte Modus ist für VMs gedacht, die als separate Geräte im lokalen Netzwerk erscheinen müssen, während Host-only ein isoliertes virtuelles Netzwerk erstellt. Beim gemeinsamen Netzwerk wird der Datenverkehr der VM über den Mac in ein separates virtuelles Subnetz geleitet. Im überbrückten Modus ist die VM als eigenes Gerät im selben physischen Netzwerk wie der Mac erreichbar, während Host-only den normalen Zugriff auf externe Netzwerke verhindert.

Unterstützt Parallels Desktop DirectX 12 auf Apple Silicon?

Nein. Parallels Desktop unterstützt unter Windows 11 auf Apple Silicon derzeit 3D-Beschleunigung bis DirectX 11.1. Spiele und Anwendungen, die DirectX 12 voraussetzen, werden über den aktuellen virtualisierten Grafik-Stack nicht unterstützt.

Unterstützt Parallels Desktop OpenGL 4.3?

Ja. Parallels Desktop 27 unterstützt OpenGL 4.3 in virtuellen Windows-11-on-Arm-Maschinen auf Macs mit Apple Silicon. Aktualisieren Sie nach dem Update auf Parallels Desktop 27 auch Parallels Tools in Windows, damit die VM den aktuellen Grafiktreiber verwendet.

Was bewirkt das Profil „Nur Spiele“?

Das Profil „Nur Spiele“ konfiguriert eine VM speziell für Gaming. Es verwendet die maximal empfohlene Arbeitsspeicherzuweisung, setzt den Videospeicher auf automatisch, passt Maus- und Tastaturverhalten an, deaktiviert mehrere Integrationsfunktionen und startet die VM im Vollbildmodus. Das Profil wird manuell in der VM-Konfiguration ausgewählt und nicht automatisch aktiviert, wenn ein Spiel gestartet wird.

Benötigen Snapshots so viel Speicherplatz wie eine weitere Windows-VM?

Nein. Ein Snapshot zeichnet Änderungen am Zustand einer VM auf, anstatt eine weitere vollständige Windows-Installation zu erstellen. Snapshots können im Laufe der Zeit dennoch erheblichen Speicherplatz belegen, insbesondere wenn viele Snapshots aufbewahrt oder große Änderungen vorgenommen werden. Sie ersetzen daher kein Backup.

Welche Parallels Desktop Edition unterstützt verknüpfte Klone?

Parallels Desktop Pro Edition unterstützt verknüpfte Klone. Sie eignen sich für Entwicklung und Tests, weil mehrere Umgebungen eine übergeordnete VM gemeinsam nutzen können, anstatt jeweils eine vollständig unabhängige virtuelle Festplatte zu benötigen.

Kann ich Windows und Linux gleichzeitig in Parallels Desktop ausführen?

Ja. Parallels Desktop kann Windows und Linux gleichzeitig in separaten VMs ausführen. Die praktische Grenze wird vor allem durch die verfügbare Hardware Ihres Macs bestimmt, insbesondere durch den Arbeitsspeicher, da macOS und jede aktive VM eigene Ressourcen benötigen.

Kann ich WSL2 in einer Windows-11-VM auf einem Mac mit Apple Silicon verwenden?

Nein, derzeit nicht. WSL2 ist auf verschachtelte Virtualisierung angewiesen, die für Windows-11-VMs auf Apple Silicon in Parallels Desktop derzeit nicht verfügbar ist. Parallels dokumentiert WSL1 als Alternative für diese Konfiguration.

Was sollte ich nach dem Upgrade auf Parallels Desktop 27 prüfen?

Aktualisieren Sie nach dem Upgrade auf Parallels Desktop 27 Parallels Tools in jeder VM. Das ist besonders für grafikintensive Windows-Arbeitslasten wichtig, da der für die OpenGL-4.3-Unterstützung verwendete Grafiktreiber über Parallels Tools bereitgestellt wird.

Was passiert mit meiner VM, wenn ich macOS aktualisiere?

Ihre VM-Dateien bleiben bei einem macOS-Upgrade erhalten. Ihre Version von Parallels Desktop muss die neue macOS-Version jedoch weiterhin unterstützen. Prüfen Sie vor einem größeren macOS-Upgrade die Kompatibilitätsinformationen von Parallels, insbesondere auf einem Mac, den Sie für die Arbeit benötigen.